Arbeitsmarkt bricht durch Corona ein

Arbeitsmarkt bricht durch Corona ein

Pandemie trifft nahezu alle Wirtschaftszweige in der Region

 

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 waren unmittelbar auf dem regionalen Arbeitsmarkt spürbar. “Betroffen waren nahezu alle Wirtschaftszweige und Personengruppen”, resümiert Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising. “Wir hatten quasi über Nacht eine Situation in puncto Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, deren Dimension alles in den Schatten stellte, was wir bisher aus Krisen kannten. Und ein Ende ist bisher nicht wirklich absehbar.”

Von März auf April 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Dachau, Freising, Erding und Ebersberg von 7379 auf 9335 Personen an. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,0 Prozent im März auf 2,6 Prozent im April 2020 – und stieg bis August 2020 auf einen Wert von 3,0 Prozent an. Die Lockerungen im Sommer und Herbst führten daraufhin zu einer leichten Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Der zweite Lockdown ließ – zusammen mit der saisontypischen “Winterarbeitslosigkeit” – die Quote wieder steigen: Im Februar 2021 errechnete sich für den Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote in Höhe von 3,1 Prozent. Im Februar des Vorjahres lag diese noch bei 2,2 Prozent. Insgesamt waren im Februar 2021 somit 11 506 Personen auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle, 3495 Frauen und Männer mehr als noch zwölf Monate zuvor.

Während die Arbeitslosigkeit stieg, brach die Nachfrage nach Personal deutlich ein: Im Februar 2020 waren noch 4739 Arbeitsangebote im Stellenpool der Agentur für Arbeit, im Februar 2021 waren es 1064 Stellen weniger. Dies entspricht einem Rückgang von 22,5 Prozent. “Die verhaltene Personalnachfrage ist ein Effekt der Pandemie, der uns noch längerfristig beschäftigen könnte”, sagt Windisch. “Viele Betriebe werden je nach Bedarf erst einmal die Kurzarbeit reduzieren oder beenden, bevor sie an Neueinstellungen denken.”

Etwas Hoffnung macht, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften zuletzt wieder zunahm – die Arbeitgeber meldeten der Freisinger Arbeitsagentur im Februar 2021 insgesamt 898 neu zu besetzende Stellen in den vier Landkreisen – ein Drittel mehr als zu Jahresbeginn.

© SZ vom 27.03.2021 / sz
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